Nautilus - Dateimanager unter GNOME: Unterschied zwischen den Versionen

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(Nautilus ist der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux, wie Sie diesen nutzen, erweitern und anpassen, damit auf entfernte Rechner zu greifen, Google Drive und mehr nutzen zeigt Ihnen dieser Beitrag auf der Linux Bibel mit vielen Tipps.)
 
(kein Unterschied)

Aktuelle Version vom 10. Juni 2018, 08:22 Uhr

Informationen

Unter Linux gibt es dutzende Dateimanager und jeder dieser - egal wie wenige Funktionen er hat kann mehr als der Explorer unter Microsoft Windows. Nun kann man auch sagen das die Entwickler von GNOME immer mehr Funktionen aus Nautilus - so nennt sich der Standard-Dateimanager unter dieser Desktop-Umgebung aus diesem entfernen, und ja - selbst dieser verfügt über viel mehr nützliche Funktionen. In diesem Beitrag werden wir diesen etwas näher kennen lernen.

Nautilus installieren

Unter auf Debian basierenden Systemen wie Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint, und so weiter installieren Sie diese Software ganz einfach über die Paket-Verwaltung APT - Software installieren, löschen, aktualisieren durch das Paket "nautilus", nutzen Sie die schon genannte Desktop-Umgebung GNOME ist dieser Dateimanager bereits vor installiert, auch unter der Distribution Solus OS Linux wenn Sie die Desktop-Umgebung Budgie nutzen ist diese Software bereits installiert.

Nautilus nutzen

Im Anwendungsmenü finden Sie diese Software im Bereich "System" oder auch "Systemwerkzeuge", je nach Desktop-Umgebung auch "Zubehör" unter dem Namen "Dateien", alternativ starten Sie die Anwendung über den Schnellstarter (Alt + F2) oder über das Terminal / Konsole / Kommandozeile durch den Befehl:

nautilus
Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux

Grundsätzlich kann man sagen das man damit arbeitet wie mit jedem anderen Dateimanager - etwa auch dem Explorer unter Windows - auch, per Rechtsklick auf ein Verzeichnis oder eine Datei öffnet sich das dazu gehörige Kontext-Menü:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Kontext-Menü

Links finden Sie die Liste der wichtigsten Verzeichnisse, per Tastenkombination Strg + + und Strg + - vergrößern / verkleinern Sie die Ansicht der Symbole im Fenster - hier etwas übertrieben dar gestellt:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Ansicht vergrößern / verkleinern

Genau in dieser Software mit diesen Tastenkombinationen passen Sie auch die Größe der Symbole am Desktop unter GNOME / Budgie an wenn diese zu groß oder zu klein sind.

Um Dateien oder Verzeichnisse zu kopieren oder zu verschieben - externe Medien werden in der Liste links automatisch eingebunden und angezeigt - können Sie entweder ein weiteres Fenster dieser Software öffnen, die jeweiligen Dateien dann in den unterschiedlichen Verzeichnissen verschieben, oder auch ganz einfach per Klick (mehrerer wie überall mittels Strg + Mausklick markieren, alle mittels Strg + a) markieren, in Nautilus das neue Verzeichnis öffnen und dort mit Strg + c einfügen - dies alles wird jedoch obsolet wenn man das Menü des Dateimanagers nutzt das sich links neben den Schaltflächen zum Minimieren, Maximieren und Schließen befindet - die drei übereinander liegenden Punkte:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Fenster teilen

Klicken Sie nun auf die Schaltfläche "Neuer Reiter" öffnet sich ein neuer Reiter, klicken Sie auf diesen und öffnen in diesem ein anderes Verzeichnis - etwa auch auf einem externen Datenträger können Sie markierte Dateien ganz einfach auf den Tab des neuen Reiters ziehen - diese werden nun dort hin kopiert:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Dateien und Verzeichnisse in einem Fenster kopieren und verschieben

Die versteckten Dateien lassen Sie sich ebenfalls in diesem Menü per Eintrag "Verborgene Dateien anzeigen" anzeigen. Per Klick auf das Icon in der Fenster-Leiste ganz links öffnen Sie die recht wenigen erhaltenen Einstellungen:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Einstellungen

Indem Sie in den Einstellungen von GNOME / Budgie die Online-Konten wählen und dort die gewünschten aktivieren können Sie über den Dateimanager auch direkt auf die darin enthaltenen Dateien zugreifen:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Dateien in der Cloud

Dazu zählen etwa Nextcloud oder Google Drive und viele weitere, die jeweiligen Einträge finden Sie dann über die Liste links - das Laden kann natürlich durch den Netzwerk-Zugriff einige Sekunden dauern:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Cloud

Hier etwa Google Drive unter Linux, öffnen Sie per Klick eine Datei - etwa eine Office-Datei öffnet sich die dazu passende Anwendung mit der Sie diese Datei bearbeiten können, Sie können neue anlegen, löschen, öffnen Sie einen weiteren Reiter wie oben beschrieben kopieren oder verschieben Sie Dateien so ganz einfach zwischen Ihrem lokalen System und der jeweiligen Cloud.

Klicken Sie in der Liste links auf den Eintrag "Andere Orte" greifen Sie etwa auf Netzwerk-Freigaben anderer Rechner - natürlich auch Microsoft Windows zu:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Netzwerk-Freigaben

Über den untersten Eintrag - "Mit Server verbinden" - können Sie sich mit Rechnern im lokalen Netzwerk oder Internet verbinden, dazu zählen die gängigsten Protokolle wie etwa FTP, NFS, SMB/SAMBA oder SSH - eine Beschreibung finden Sie indem Sie auf das Fragezeichen klicken:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Netzwerk-Freigaben

Etwa für einen SSH-Server, etwa ein entfernter Server:

ssh://rechnername

oder:

ssh://ip-adresse
Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Netzwerk-Freigaben

Klicken Sie im sich öffnenden Eintrag in der Liste links rechts darauf und wählen "Lesezeichen" hinzu fügen erhalten Sie bequemen Zugriff darauf.

Spezielle Anpassungen

Viele Anpassungen hat Nautilus noch nie gehabt, die GNOME-Entwickler haben diesen in letzter Zeit auch immer weiter in seinen Funktionen beschnitten - aber wenn man weis wo man anfassen muss geht auch hier etwas mehr, als Beispiel lässt sich unter auf Debian basierenden Systemen das Paket "nautilus-actions" installieren, damit lassen sich den Kontext-Menüs weitere Funktionen hinzu fügen, unter Solus installieren Sie das Paket "filemanager-actions-nautilus".

Um die Kontextmenüs - also die Menüs die sich öffnen wenn Sie im Dateimanager auf eine Datei, ein Verzeichnis oder auf eine freie Stelle im Dateimanager rechts klicken anzupassen öffnen Sie nun aus dem Anwendungsmenü heraus aus dem Bereich "Einstellungen" den Eintrag "Nautilus-Aktionen", alternativ nutzen Sie den Schnellstarter (Alt + F2) oder das Terminal mit dem Befehl:

nautilus-actions
Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Menü anpassen

Von der Funktionalität wie von der Optik her sind beide Anwendungen die selben - sie haben nur einen anderen Namen, deshalb werde ich nicht beide beschreiben. Um den Dateimanager nun mit einer neuen Funktion im Kontextmenü zu belegen muss man natürlich erst einmal wissen was man eigentlich will, je nachdem ob man dem Kontextmenü nun eine neue Funktion hinzu fügen möchte oder gleich ein weiteres Menü das man dort unterbringen möchte das man wieder mit Einträgen befüllen kann nutzt man nun das Menü "Datei / Neues Menü" oder "Datei / Neue Aktion", im Beispiel werde ich mich mit einem einfachen neuen Eintrag begnügen - ich nutze also das Menü "Datei / Neue Aktion", nun werden im Hauptfenster alle Reiter aktiv:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Menü anpassen

Um einen Eintrag im Kontextmenü vorzunehmen belasse ich natürlich die ausgewählte Checkbox "Eintrag im Auswahl-Kontextmenü anzeigen" auf dem Reiter "Aktion", nun vergibt man im Feld "Kontext-Bezeichner" einen Namen - dieser findet sich dann als Eintrag im Menü, das Feld "Minihilfe" lässt sich mit einem kurzen Text belegen der sich in einem Popup-Menü öffnet wenn man den Mauszeiger länger über dem Eintrag belässt, auch ein Symbol für die Aktion lässt sich fest legen.

Nun geht man weiter auf den Reiter "Befehl" - hier geht es nun darum zu wissen was man eigentlich will:

Nautilus - Der Dateimanager der Desktop-Umgebung GNOME unter Linux - Menü anpassen

Das Feld "Profil" muss nicht unbedingt ausgefüllt werden, es dient gerade einmal als Notiz um später bei weiterer Bearbeitung mit mehreren Einträgen zu sehen um was es bei diesem eigentlich geht ohne sich die Befehle und so weiter anzusehen. Wichtig ist nun vor allem der "Pfad", dies ist der eigentliche Befehl der ausgeführt werden soll. In diesem kleinen Beispiel will ich ganz einfach das GNOME-Terminal direkt im aktuellen Verzeichnis öffnen in dem man sich gerade befindet (ja, ich weis - diese Aktion ist meist schon vorhanden, aber mir fällt im Augenblick ganz einfach nichts anderes ein), je nachdem welches Terminal man nun nutzen möchte dessen Befehl fügt man nun ein - theoretisch sollte es genügen wenn man einfach direkt den Befehl eingibt, im Beispiel also das "gnome-terminal", man könnte aber auch die "konsole" von KDE nutzen oder einfach "xterm", ist man sich nicht sicher nimmt man einfach den kompletten Pfad - etwa "/usr/bin/gnome-terminal", mit dem Schalter "Öffnen" lässt sich der Eintrag auch komplett aus dem System-Verzeichnis heraus picken. Einer der wichtigsten "Parameter" ohne die man meist nicht aus kommt sind nun "%d" der das aktuell angeklickte Verzeichnis im Pfad bezeichnet - in diesem Verzeichnis wird also das Terminal geöffnet und "%f" für den Pfad einer angeklickten Datei wenn man für diese eine Aktion vor sieht - eine nette kleine Beschreibung über alle Parameter finden Sie über den Schalter "Legende". Im Beispiel des im ausgewählten Verzeichnisses zu öffnenden Terminals wäre der passende komplette Parameter "--working-directory=%d", auch wenn man den eigentlichen "Arbeitsordner" in diesem Fall schon angegeben hat sollte man diesen noch einmal im selben Feld darunter noch einmal mit "%d" angeben da sonst viele Programme nicht richtig funktionieren.

Von den restlichen Reitern sind für Einsteiger vor allem noch "MIME-Typen" und "Ordner" interessant, als Beispiel dienen die MIME-Typen dazu die Art des Datei-Typs zu erfassen, würde man hier beispielsweise die Typen "jpg gif png" und weitere Bild-Formate aktivieren würde sich der neu erstellte Kontext-Menü-Eintrag nur bei solchen Arten von Dateien im Menü auch zeigen. Haben Sie alle Modifikationen vorgenommen nutzen Sie das Menü "Datei / Speichern" und schon ist der Eintrag nutzbar.

Scripte, binäre Dateien, ausführbare Dateien

Wie schon beschrieben wurde Nautilus von den GNOME-Entwicklern in seinen Funktionen schon sehr beschnitten - diese meinen sie entfernen ganz einfach unnötige Funktionen - eines der nächsten Updates wird wieder eine solche unnütze Funktion entfernen, bei manchen Nutzern mit sehr aktuellen Systemen ist dies möglicherweise schon geschehen - die Funktion Scripte oder ausführbare Dateien aller Art ganz einfach per Klick zu starten entfernt. Dazu Zählen Dateien mit den Endungen ".sh .run .bin .appimage" und natürlich auch solche ohne Endung, solche Dateien gilt es dann ganz einfach auf dem Terminal mit dem Befehl:

./Dateiname.sh

zu starten. In wie weit diese Funktion nicht sinnvoll ist sollte man die Entwickler der Desktop-Umgebung GNOME fragen, aber bitte.