E4defrag: Unterschied zwischen den Versionen

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(Mit e4defrag defragmentieren Sie unter Linux auf dem Terminal auf dem Dateisystem ext4 einzelne Dateien, ganze Verzeichnisse oder Partitionen, ob das Defragmentieren nötig ist oder nicht und wie man defragmentiert zeigt Ihnen dieser Beitrag)
(kein Unterschied)

Version vom 11. März 2018, 03:59 Uhr

Informationen

Während die Fragmentierung von Dateien unter Linux eher kein Problem ist da diese Geschichte von intelligenten Dateisystemen unter Linux automatisch gelöst wird nimmt dies unter Windows dramatische Ausmaße an. Eine Datei belegt auf einem Dateisystem je nach Größe mehr oder weniger so genannte Datenblöcke, bestenfalls liegen alle zu einer Datei gehörigen Datenblöcke neben einander - ist dies nicht so brauchen gerade mechanische Festplatten länger um Dateien zu öffnen, je größer die jeweilige Datei desto länger dauert dies dann auch. Das Windows-Dateisystem NTFS ist hier besonders dafür bekannt genau das Gegenteil zu tun, es speichert große Dateien nicht auf aneinander liegenden Datenblöcken, deshalb gilt es regelmäßig das Dateisystem zu defragmentieren - also die Daten eben auf aneinander liegenden Datenblöcken anzuordnen, inzwischen macht Windows dies zwar automatisch - kostet aber Zeit und belastet das System.

Unter Linux ist eigentlich kein modernes Dateisystem mehr bekannt das Daten ebenso fragmentiert wie NTFS von Microsoft, deshalb fällt unter diesem System das Defragmentieren grundsätzlich schon einmal flach - ist eher unnötig, doch gerade bei sehr großen Dateien wie etwa DVD-Images oder HD- Ultra-HD-Videos und ähnlichem kann es auch hier zu leichter Fragmentierung kommen und so das Öffnen solcher verlangsamen. So wurden auch unter Linux Anwendungen geschaffen mit denen das Defragmentieren möglich ist, in diesem Fall geht es um das Dateisystem ext4 - das unter Linux aktuell am meisten genutzte Dateisystem.

Um EXT4-Dateisysteme zu defragmentieren nutzt man das Werkzeug "e4defrag" das automatisch installiert ist.

SSD's

Gleich einmal zu Beginn, auch wenn es Microsoft unter SSD-Festplatten nicht unterlässt zu defragmentieren - wir unter Linux sind Profis - hier ist es erstens nur sehr selten nötig da die Auswirkung erstens sehr gering ist und zweitens die Lebensspanne dieser elektronischen Speicher verkürzt. Einen wirklichen Unterschied merkt man nur bei sehr, sehr großen Dateien und selbst hier ist der Unterschied sehr gering weil solche Speicher einfach keine beweglichen Teile haben.

Wer kann was defragmentieren?

Gleich einmal zu Beginn - der Administrator - root kann alles defragmentieren, normale Nutzer nur solche Verzeichnisse / Dateien die auch ihm gehören, in seinem Home-Verzeichnis liegen. Unter manchen Distributionen wie etwa Debian darf die Software überhaupt nur der Administrator nutzen.

Defragmentieren mit e4defrag

Die Software wird unter Linux auf dem Terminal / Konsole / Kommandozeile genutzt, es ist möglich eine einzelne Datei zu defragmentieren, den Inhalt eines ganzen Verzeichnisses oder auch das Dateisystem einer kompletten Partition.

Wollen wir uns zuerst einmal ansehen ob es sich überhaupt lohnt zu defragmentieren, hierzu nutzt man die Option "-c":

e4defrag -c Videos/
e4defrag - Das EXT4-Dateisystem unter Linux defragmentieren

In diesem Beispiel haben ich das Verzeichnis "Videos" angegeben, man kann auch eine einzelne Datei oder eine komplette Partition angeben, also etwa:

e4defrag -c Dateiname.avi
e4defrag -c /dev/sda1

Als Ausgabe wird jede einzelne Datei angezeigt inklusive der Fragmentierung, in diesem Fall handelt es sich um die Datei "Die neue Prophezeiung der Maya (2013).mp4 mit der Fragmentierung:

Fragmentation score                            0

Freundlicherweise zeigt uns die Software auch gleich eine Legende dazu an:

[0-30 no problem: 31-55 a little bit fragmented: 56- needs defrag]

Eine Defragmentierung ist in diesem Fall also nicht nötig, wirklich interessant wird es erst bei 56, wie gesagt - es handelt sich hier ja auch um ein Linux-Dateisystem und nicht um Windows. Um nun wirklich zu Defragmentieren nutzt man die Option "-v" die nützlich - die Software zeigt auch gleich den Grad der Fragmentierung vor und nach der Bearbeitung anzeigt, zusätzlich nutzt man natürlich als weitere Option die Datei, das Verzeichnis oder die Partition:

e4defrag -v Dateiname.mp4
e4defrag -v Verzeichnis/
e4defrag -v /dev/sda1