Alias: Unterschied zwischen den Versionen

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(Der Befehl alias dient unter Linux auf dem Terminal dazu häufig genutzte Befehle mit all ihren Optionen durch Kürzel abzukürzen, so wird ein langer Befehl schnell durch eine kurze Zeichenfolge gestartet, anlegen, speichern, als Administrator, ...)
(kein Unterschied)

Version vom 11. März 2018, 02:50 Uhr

Informationen

Der Befehl "alias" dient unter Linux auf dem Terminal / Konsole / Kommandozeile dazu Befehle oder auch Kombinationen aus Befehlen mit Optionen abzukürzen oder auch einfacher nutzbar zu machen.

alias nutzen

Als kleines Beispiel nutze ich auf dem Terminal oft die SSH Secure Shell-Verbindung um mit dem Server zu arbeiten auf dem diese Homepage gespeichert ist, dazu dient mir der Befehl:

ssh nutzername@9300.hostserv.eu

Als erstes denke ich mir ganz einfach ein Kürzel aus mit dem dieser Befehl gestartet werden soll, dieses Kürzel darf natürlich nicht im System schon vorhanden sein sonst bekommt man Krämpfe - also am Besten ganz einfach erst einmal testen. In meinem Fall möchte ich das Kürzel ganz einfach "bibel" nennen, ich teste also erst ob das Kommando schon vorhanden ist:

bibel

Die Ausgabe:

bibel: command not found

würde mir zeigen das kein Befehl / keine Software auf dem System vorhanden ist mit dem mein Alias konkurieren könnte. Also erstelle ich dieses:

alias bibel='ssh nutzername@9300.hostserv.eu'

Gebe ich jetzt den Befehl:

bibel

ein wird das dadurch vorgegebene Alias - also:

ssh nutzername@9300.hostserv.eu

ausgeführt, schließe ich jedoch das Terminal oder melde mich ab ist auch das Alias weg, es wird nur für die aktuelle Sitzung gespeichert - es gilt das Alias also dauerhaft zu speichern. Um eines oder mehrere solche zu speichern nutzt man die versteckte Datei ".bashrc" die im Home-Verzeichnis des aktuellen Nutzers liegt. Man kann dazu jeden beliebigen Texteditor nutzen - in diesem Beispiel nehme ich jetzt gleich einmal den Terminal-Editor Nano:

nano .bashrc

Ich scrolle ganz einfach bis zur letzten Zeile dieser Textdatei und lege eine neue Zeile an mit genau der selben Syntax wie ich sie auch im zuvor genutzten Befehl verwenden würde:

alias bibel='ssh nutzername@9300.hostserv.eu'

Nach einem erneuten Start des Terminals im Fenster kann das Alias genutzt werden, arbeite ich jedoch auf einem virtuellen Terminal - etwa auf einem entfernten Server muss man die Konfiguration des Terminals neu einlesen was ganz einfach durch den Befehl:

source ~/.bashrc

funktionieren würde. So kann man ganz einfach beliebig viele solcher Kürzel anlegen, etwa:

alias bibel='ssh nutzername@9300.hostserv.eu'
alias ll='ls -la'
alias firm='dmesg | grep -i firmware'

Um ein solches Alias wieder zu entfernen löscht man ganz einfach die entsprechende Zeile wieder aus der Datei, hat man es nicht gespeichert sondern nur ganz einfach über den Befehl erstellt genügt für das Alias "bibel":

unalias bibel

Um sich alle erstellten Kürzel anzeigen zu lassen genügt der Befehl:

alias

Will man sich den genauen Befehl anzeigen lassen der hinter einem solchen Kürzel steht - etwa hier wieder für "bibel":

alias bibel

alias als Administrator

Um mit solchen Kürzel als Administrator - root zu arbeiten gilt weiter folgende Vorgangsweise, je nachdem ob man für den Administrator ein eigenes Passwort angelegt hat oder nicht arbeitet man anders. Unter Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und so weiter wo es den richtigen Administrator "root" gar nicht gibt, administrative Befehle also mit einem "sudo" voran startet gilt folgendes: als erstes muss man sich für den Befehl "sudo" ein eigenes Alias anlegen, also:

alias sudo='sudo'

Nun kann man sich die weiteren Kürzel anlegen, also etwa:

alias ll='ls -la'

Und diese nun gemeinsam nutzen:

sudo ll /var/mail/

Hat man für den Administrator ein eigenes Passwort angelegt und sich mit dem Befehl:

su

anmeldet muss man bedenken das in diesem Fall der Nutzer "root" aktiv wird, dessen ".bashrc" liegt in seinem eigenen Home-Verzeichnis "/root", man wechselt also etwa ganz einfach in sein Verzeichnis und öffnet dort die Steuer-Datei und bearbeitet diese:

su
cd /root/
nano .bashrc