KDE

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Unter Linux-Distributionen gibt es anders als unter Microsoft Windows mehrere grafische Desktop-Umgebungen, man kann mehrere zur selben Zeit installieren und zwischen diesen auch wechseln indem man sich vom Desktop abmeldet, eine andere wählt und sich wieder anmeldet.

KDE ist nun eine dieser Desktop-Umgebungen und zwar eine der ältesten wie auch wohl herausragendsten. Sie ist vor allem für Windows-Umsteiger besonders interessant da sie Windows sehr ähnelt - besser gesagt ist es umgekehrt denn Windows 7 wurde nach KDE 4 erstellt, KDE 5 geht da noch einen Schritt weiter. KDE ist nicht nur sehr Windows-ähnlich sondern auch besser konfigurierbar, es gibt an jeder Ecke Schrauben, Zahnräder und Regler mit denen sich die Optik und das Handling vom User anpassen lässt sodass diese Einstellungen schon fast unübersichtlich werden.

In diesem Beitrag lesen Sie nun mehr über die Desktop-Umgebung KDE.

KDE installieren

Haben Sie KDE nicht auf Ihrer Linux-Distribution installiert lässt sich dies sehr einfach regeln, nutzen Sie Debian installieren Sie KDE ganz einfach über die Paket-Verwaltung APT - Software installieren, löschen, aktualisieren durch eines der folgenden Pakete - "kde-standard", hier finden Sie die grundlegende Desktop-Umgebung sowie alles was rund um KDE nötig ist sowie "kde-full" - hiermit erhalten Sie fast alles rund um KDE. Zusätzlich sollten Sie die zu Ihrer Sprache passenden Sprachpakete installieren, diese finden Sie indem Sie nach "kde-l10n-" suchen, hier finden Sie nun zahlreiche Pakete mit passenden Sprach-Kürzeln, so etwa für deutsch "kde-l10n-de"..

Unter Ubuntu, Linux Mint installieren Sie diese Desktop-Umgebung ebenfalls über die Paket-Verwaltung entweder durch das Paket "kubuntu-desktop" für alles grundlegende oder "kubuntu-full" für wirklich die volle Desktop-Umgebung, ebenfalls finden Sie die passenden Sprach-Pakete.

Einführung in KDE

KDE ist sehr einfach aufgebaut wie ein normaler klassischer Desktop:

KDE ist sehr einfach aufgebaut wie ein normaler klassischer Desktop:

Sie finden am unteren Bildschirm-Rand die Kontrollleiste die der Task-Leiste unter Windows entspricht, ganz links das Anwendungsmenü - wiederum das Pendant zum Startmenü, rechts in der Leiste den System-Bereich. In der Mitte der Leiste findet sich die Fensterleiste die wiederum geöffnete Fenster anzeigt. So gesehen also kein großer Unterschied zu Microsoft Windows.

Anwendungsmenü Der erste große Unterschied beginnt jedoch beim Anwendungsmenü, also dem Pendant zum Startmenü unter Windows:

Anwendungsmenü unter KDE

Es ist in mehrere Bereiche unterteilt die Sie einfach durch überfahren mit dem Mauszeiger wechseln, ganz links die Favoriten in der oft benötigte Anwendungen zu finden sind, daneben die Anwendungen in der alle grafischen Anwendungen gelistet sind - anders als unter Windows jedoch nach Themen geordnet, etwa Software zur Bearbeitung von Grafiken unter "Grafik", Software für das Netzwerk unter "Internet" und so weiter und so fort, unter Rechner erhalten Sie schnellen Zugriff auf alle Verzeichnisse des Systems sowie eingelegte oder angeschlossene Datenträger, mit dem Verlauf starten Sie kürzliche genutzte Software schnell wieder oder öffnen zuletzt genutzte Dokumente und Verlassen lässt den Rechner herunter fahren, neu starten oder in verschiedene Ruhe-Zustände versetzen. Suchen Sie eine Software oder Dokumente tippen Sie einfach drauf los und das Menü zeigt passende Treffer.

Desktop Der Desktop von KDE nennt sich Plasma, zu den Einstellungen für diesen, etwa den Desktop-Hintergrund gelangen Sie einfach indem Sie rechts auf eine freie Stelle am Desktop klicken und Einstellungen für Ordner-Ansicht wählen:

Einstellungen zur Arbeits-Oberfläche von KDE

Hier lässt sich das Hintergrundbild wechseln indem Sie ein vorhandenes wählen, eines Ihrer eigenen Bilder nutzen oder auch eines von der Community herunter laden. Daneben finden Sie noch weitere nützliche Einstellungen, hier findet sich auch gleich ein Schalter den man unter KDE öfters finden wird - Anwenden - bevor man diesen Schalter nach Änderungen nicht aktiviert hat ändert sich unter KDE gar nichts.

Dolphin der Datei-Manager

Das Pendant zum Microsoft Explorer, also dem Datei-Manager unter Windows nennt sich Dolphin, gleich zu Beginn einmal - der Explorer ist zu jedem Datei-Manager unter Linux stark unterbelichtet. Sie finden Dolphin im Anwendungsmenü mit dem Namen Dolphin mit der Beschreibung Datei-Verwaltung:

Dolphin - der Datei-Manager von KDE

Sie arbeiten mit Dolphin nicht viel anders als mit dem Explorer unter Windows - ein Rechtsklick öffnet ein Kontext-Menü mit dem sich unterschiedliche Aktionen auslösen lassen, ein großer Unterschied jedoch - unter KDE genügt ein einziger Klick um Dateien oder Verzeichnisse zu öffnen, auch hier - öffnet man eine beliebige Datei startet automatisch die zugewiesene Anwendung. Das Aussehen dieser Software ändern Sie über das Menü Ansicht - leider ist das Menü in letzter Zeit nicht aktiviert, dies lässt sich jedoch einfach über einen Klick auf den Schalter Einstellungen / Menüleiste anzeigen regeln. Die schon sehr großzügigen Einstellungen finden Sie wiederum im Menü Einstellungen / Dolphin einrichten, hier lassen sich nicht nur diverse Dinge anpassen sondern die Software auch um viele mögliche und unmögliche Funktionen erweitern, der Müllkübel automatisch leeren und vieles mehr. Noch etwas ungewohnt, für diverse Aktionen müssen Sie kein zweites Fenster der Software öffnen, es genügt ganz einfach auf die Schaltfläche Teilen zu klicken und schon lassen sich zwischen unterschiedlichen Verzeichnissen Dateien und Verzeichnisse kopieren und verschieben ohne langes hin und her:

Dolphin - der Datei-Manager von KDE

Plasmoiden

Icons, Verzeichnisse und Miniprogramme am Desktop Um am Desktop selbst etwas zu verändern müssen die Miniprogramme entsperrt sein, dazu klicken Sie rechts auf eine freie Stelle am Desktop und wählen Miniprogramme entsperren. Nun lassen sich die Icons aus dem Anwendungsmenü per Rechtsklick und der Wahl von Zur Arbeitsfläche hinzufügen auf den Desktop kleben oder auch einfach in die Kontrollleiste einfügen. KDE hatte immer schon ein kleines Faible für kleine Anwendungen die nützlich oder auch nicht sind, man nennt diese ganz einfach Miniprogramme oder Plasmoidem, solche bringt man ebenfalls bei entsperrten Miniprogrammen auf den Desktop. Dazu klickt man rechts auf eine freie Fläche auf den Desktop und wählt Miniprogramme hinzufügen:

Plasmoide / Miniprogramme unter KDE

Somit öffnet sich links eine Leiste mit installierten Plasmoiden, ein passendes klicken Sie einfach an und ziehen es an die gewünschte Stelle am Desktop wo Sie es fallen lassen, wie hier etwa einen CPU-Monitor, klicken Sie diesen rechts an kommen Sie auch in dessen Einstellungen:

Plasmoide / Miniprogramme unter KDE

Über das Kontextmenü können Sie dieses Plasmoid wenn gewünscht auch wieder entfernen - aber wie schon beschrieben nur bei entsperrten Miniprogrammen - dies ist eine Funktion um nicht unabsichtlich etwas zu verschieben oder zu löschen. Neben den Plasmoiden die schon vorinstalliert sind finden sich noch weitere in der Paket-Verwaltung - suchen Sie einfach nach plasma, auch über die Leiste der Miniprogramme und dem Schalter Neue Miniprogramme holen lassen sich weitere installieren:

Plasmoide / Miniprogramme unter KDE

Systemeinstellungen

Im Anwendungsmenü finden Sie auch einen Eintrag namens Systemeinstellungen - diese nette kleine Einrichtung lässt alle Möglichen Einstellungen rund um KDE in einer Software zu (zumindest fast alle):

Systemeinstellungen unter KDE

Die vorhandenen Icons bieten nun Zugriff auf die vielfältigen Einstellungen unter KDE, einen ungefähren Inhalt der jeweiligen Einstellungen erhalten Sie indem Sie den Mauszeiger kurz über das Icon halten, auch eine Suche über das Eingabe-Feld ist natürlich möglich - somit werden dann nur noch passende Einträge farblich angezeigt. Hier lassen sich natürlich auch die virtuellen Arbeitsflächen einrichten.

Kontrollleiste

Auch die Kontrollleiste ist natürlich hoch konfigurierbar, auch hierzu müssen die Miniprogramme entsperrt sein - ist dies der Fall finden Sie ganz rechts in der Kontrollleiste ein kleines Icon über das Sie die Einstellungen öffnen - auch diese Art lassen sich vorhandene Einträge anpassen oder komplett entfernen und neue einfügen:

Systemeinstellungen unter KDE

Einstellungen zu den Fenstern

Gerade wenn man gerne mit virtuellen Arbeitsflächen arbeitet sollte man sich die Einstellungen der Fenster etwas genauer ansehen, so lassen sich etwa von Ihnen vor gegebene Anwendungen in gewünschter Größe starten oder auch auf einer beliebigen Arbeitsfläche. Am schnellsten kommt man zu diesen Einstellungen indem man das jeweilige Fenster in der Umrandung rechts anklickt und Weitere Aktionen wählt:

Spezielle Einstellungen für KDE-Fenster

Sie glauben gar nicht wo man unter KDE überall Einstellungen findet, wirklich alle kennt wohl wirklich niemand, es ist immer einen Versuch wert es zu versuchen und zu probieren.

Zusätzliche Pakete für KDE

In der Paket-Verwaltung, speziell unter Synaptic APT - Software installieren, löschen, aktualisieren finden Sie die eigene Abteilung KDE in der Sie speziell an KDE angepasste Software zu finden ist. So nebenbei finden sich noch Pakete wie etwa "kdegames" die Mini-Spiele rund um KDE installieren, "kdesdk" installiert die Entwicklungsumgebung von KDE und "kdeedu" die Suite rund um Bildung, auch findet sich noch "calligra" - eine Office-Suite rund um KDE Calligra Office (hierzu auch das passende Sprach-Paket installieren - etwa "calligra-l10n-de" für deutsch), "kdewebdev" für Web-Entwicklung und so weiter und so fort.

Zum Abschluss noch ein paar Desktop-Effekte die Sie in den Systemeinstellungen einrichten können (Sie aktivieren oder deaktivieren diese mit der Tastenkombination "Alt + Umschalt + F12" - Umschalt = groß schreiben):

Desktop-Effekte unter KDE
Desktop-Effekte unter KDE
Desktop-Effekte unter KDE
Desktop-Effekte unter KDE
Desktop-Effekte unter KDE
Desktop-Effekte unter KDE

KDE-Werkzeugleisten

Die Desktop-Umgebung KDE gilt als sehr anpassungsfähig, und dies ist nicht so ohne Grund gesagt, nehmen wir die Menüleisten der meisten KDE-Anwendungen - diese beinhalten unter dem eigentlichen Menü so einige Icons die schnell auf wichtige Funktionen Zugriff bieten ohne das man das Menü öffnen muss, hier etwa der Dateimanager Dolphin:

Werkzeugleiste von KDE-Software erweitern

Je nach Nutzer kommt es dann natürlich auf den Geschmack an welche Icons er hier wirklich benötigt, welche er dort haben will und welche er eigentlich gar nicht braucht - hier liegt man bei KDE nun genau richtig - hier lässt sich alles machen.

Um diese besagte Werkzeugleiste mit weiteren Funktionen zu bestücken und solche zu entfernen die man überhaupt nicht braucht findet sich in den meisten Anwendungen von KDE im Menü der Eintrag "Einstellungen / Werkzeugleiste einrichten":

Menüleiste von KDE-Software erweitern

In diesem Fenster finden sich nun links die verfügbaren Funktionen und rechts die Funktionen die aktuell in der Werkzeugleiste aktiviert sind. Als kleines Beispiel möchte ich ganz einfach die versteckten Dateien per Klick öffnen und ebenso das Terminal per Klick im aktuellen Verzeichnis ohne das Menü öffnen zu müssen. Ich markiere einfach in der linken Liste die gewünschte Funktion nun werden die aktuell möglichen Pfeile in der Mitte aktiv, da ich eine Funktion von links aktiv schalten möchte klicke ich also auf den Pfeil nach rechts und schon findet sich die Funktion dort:

Menüleiste von KDE-Software erweitern

Hier kann man nun so viele Funktionen wie man benötigt hin verfrachten - ganz oben in der Liste links findet sich auch ein Trenner, in der Liste rechts lassen sich die Funktionen auch wie gewünscht einfach durch anklicken und ziehen an die gewünschte Position schieben (ganz oben ist links und ganz unten ist rechts). Wichtig wie immer unter KDE - die Änderungen werden erst durch einen Klick auf "Anwenden" aktiv. Im Gegensatz dazu lassen sich Funktionen aus der Leiste löschen indem man diese einfach aus der Liste rechts nach links verschiebt.

Menüleiste von KDE-Software erweitern

Tastenkombinationen in Anwendungen ändern

Unter Linux ist man sehr bemüht so viele Funktionen wie möglich nicht nur in Menüs - also per Klick zugänglich zu machen sondern auch über Tastenkombinationen, dies funktioniert um einiges schneller als wenn man täglich seine Kilometer mit der Maus zurück legt. So ist es besonders unter KDE auch möglich in fast jeder einzelnen Anwendung auch die Tastenkombinationen anzupassen. Welche Tastenkombination welche Aktion auslöst sieht man selbst in den Menüs bei den einzelnen Einträgen:

KDE - Versteckte Einstellungen - Tastenkombinationen in Anwendungen anpassen

Um nun alle möglichen Tastenkombinationen an seine eigenen Bedürfnisse anzupassen nutzen wir das Menü "Einstellungen / Kurzbefehle festlegen":

KDE - Versteckte Einstellungen - Tastenkombinationen in Anwendungen anpassen

Aussehen der Werkzeugleiste anpassen

So wie sich die Einträge der Werkzeugleiste in KDE-Anwendungen anpassen lassen kann man auch das Aussehen selbst ändern. Ist man mit den Icons und Einträgen der Werkzeugleiste in KDE-Fenstern schon vertraut genug benötigt man meist nicht beide Informationen - also Icons und die zugehörige Beschreibung, je nachdem was man nicht benötigt lassen sich entsprechende Einträge entfernen:

Kleine Tipps rund um KDE - das Aussehen der Werkzeugleiste anpassen

So lässt sich nun beispielsweise die Position des Textes - also die kurze Beschreibung des jeweiligen Icons verändern, also etwa beispielsweise statt neben dem Icon zu stehen darunter zu verlegen:

Kleine Tipps rund um KDE - das Aussehen der Werkzeugleiste anpassen

Oder die Beschreibung komplett weg lassen:

Kleine Tipps rund um KDE - das Aussehen der Werkzeugleiste anpassen

Auch nur den Text anzeigen zu lassen ist möglich:

Kleine Tipps rund um KDE - das Aussehen der Werkzeugleiste anpassen

Genau so können Sie auch die Größe der Icons beeinflussen, alles was dazu nötig ist um eine solche Änderung vor zu nehmen - klicken Sie rechts auf eines der Icons und wählen die passende Option:

Kleine Tipps rund um KDE - das Aussehen der Werkzeugleiste anpassen

Virtuelle Desktops aktivieren

Mit Windows 10 kamen virtuelle Desktops auch unter Windows, diese Funktion die den kleinen Platz auf Monitoren effektiver nutzt organisiert ist unter Windows zwar etwas sperriger zu nutzen und mit weniger Möglichkeiten bedacht aber dieses Feature gibt es unter Linux natürlich auch schon seit 1993 - Microsoft braucht eben immer ein bisschen länger.

Die virtuellen Desktops sind nicht auf jeder Distribution mit KDE auch gleich aktiviert - dies lässt sich jedoch ganz einfach ändern. Öffnen Sie die Systemeinstellungen und öffnen den Eintrag "Arbeitsflächen-Verhalten / Virtuelle Arbeistflächen":

Kleine Tipps rund um KDE - Virtuelle Desktops aktivieren

Erhöhen Sie hier die Anzahl auf die gewünschte und klicken auf den Schalter "Anwenden" und schon finden Sie das passende Icon in der Kontrollleiste gleich neben dem Menü-Icon:

Kleine Tipps rund um KDE - Virtuelle Desktops aktivieren

Anwendungen auf den richtigen Arbeitsflächen starten

Wenn man schon etwas länger unter Linux mit virtuellen Arbeitsflächen arbeitet kennt man sicher die Funktionen das man Anwendungen nicht nur auf einer beliebigen Arbeitsfläche starten sondern diese auch per Rechtsklick in die Titelleiste des Fensters und der Wahl von "Auf Arbeitsfläche verschieben" auf eine andere verschieben kann:

Kleine Tipps rund um KDE - Fenster auf gewünschten Arbeitsflächen starten

Aber erst auf die gewünschte Arbeitsfläche zu klicken und dort die Anwendung zu starten wäre doch viel zu umständlich, es wäre nicht KDE wenn sich diese Arbeit nicht automatisieren lassen würde. Möchte ich dass etwa der Dateimanager Dolphin automatisch auf der Arbeitsfläche zwei startet egal auf welcher ich mich befinde öffne ich als erstes einmal den Dateimanager damit sich dessen Fenster öffnet, nun klickt man rechts auf die Titelleiste des Fensters und wählt den Eintrag "Weitere Aktionen / Spezielle Einstellungen für dieses Programm":

Kleine Tipps rund um KDE - Fenster auf gewünschten Arbeitsflächen starten

Hier finden sich nun zahlreiche Optionen:

Kleine Tipps rund um KDE - Fenster auf gewünschten Arbeitsflächen starten

Unter anderem die Funktion genau diese Software auf der gewünschten Arbeitsfläche zu starten:

Kleine Tipps rund um KDE - Fenster auf gewünschten Arbeitsflächen starten

Damit die Anwendung gleich beim Start auf der jeweiligen Arbeitsfläche landet wählen Sie die Funktion "Bei Initialisierung" und dahinter natürlich die gewünschte Arbeitsfläche. Wie man sieht ist hier aber um einiges mehr möglich.

Anwendungen in anderer Sprache starten

Manchmal hat man einen Freund aus dem Ausland zu Besuch der eine andere Sprache spricht, er möchte ein wenig mit dem Rechner arbeiten - viel einfacher wäre es da natürlich wenn dieser mit seiner eigenen Sprache arbeiten könnte. Nun könnte man hier natürlich die komplette Desktop-Umgebung in die gewünschte Sprache umschalten - man installiert einfach die gewünschte Sprache über die Paket-Verwaltung - dazu sucht man nach dem Begriff "kde-l10n-" und dem gewünschten Sprach-Kürzel, etwa für deutsch "de" womit wir bei "kde-l10n-de" angelangt wären. Über die Systemeinstellungen "Regionaleinstellungen / Sprache" fügt man die gewünschte Sprache nun rechts ein, markiert und aktiviert diese per "Anwenden" sind neu gestartete KDE-Fenster in der gewählten Sprache.

Meist ist es jedoch gar nicht nötig die komplette Desktop-Umgebung in der anderen Sprache zu öffnen sondern nur einzelne Fenster. Dazu installieren Sie natürlich wieder ebenso die gewünschte Sprache und öffnen nun die zu nutzende Anwendung. Hier nutzen Sie nun das Menü "Hilfe / Sprache der Anwendung umschalten" und wählen die gewünschte Sprache:

KDE - Nette Tipps rund um die Desktop-Umgebung KDE - Sprache einer Anwendung umschalten

Nach einem erneuten Start der Software ist diese in der gewählten Sprache:

KDE - Nette Tipps rund um die Desktop-Umgebung KDE - Sprache einer Anwendung umschalten

Ein kleiner Tipp - falls Sie diese Sprache selbst nicht beherrschen lassen Sie die Anwendung in Ihrer eigenen Sprache ebenfalls geöffnet - denn nur über den selben Weg kommen Sie auch wieder zurück.

Anwendungen per Tastenkombination starten

Wie KDE-Nutzer schon wissen ist die Desktop-Umgebung KDE hoch konfigurierbar, für alles gibt es Tastenkombinationen, zum starten von Anwendungen gibt es den Schnellstarter (Alt + F2), natürlich auch das Anwendungsmenü - hier pflügt man sich entweder durch das Menü bis man endlich bei der richtigen Anwendung angekommen ist oder man gibt die ersten Buchstaben der gewünschten Software ein:

KDE-Menü

Ein Klick auf das passende Icon oder dem Markieren mit den Pfeil-Tasten und die Bestätigung mit der Eingabe-Taste und die Anwendung startet. Manchen jedoch geht dies alles nicht schnell genug, einer dieser Nutzer bin ich - aber auch hier bietet KDE natürlich eine passende Lösung. Für jede Anwendung die sich im Anwendungsmenü befindet lässt sich eine beliebige Tastenkombination setzen, diese drückt man und schon startet die zu gewiesene Software. Wie dies funktioniert wollen wir uns nun ansehen.

Um beliebige Tastenkombinationen zu setzen klickt man als erstes mit der rechten Maustaste auf das Icon des Menüs und wählt den Eintrag "Anwendungen bearbeiten":

Kmenü

Im sich öffnenden Fenster hat man nun links die Anwendungen in Kategorien aufgelistet:

Kmenü

Man klappt die passende Kategorie aus und markiert die gewünschte Anwendung per Klick, rechts wird dieser nun angezeigt. Wichtig ist für uns nun der Reiter "Erweitert", diesen öffnen wir:

Kmenü

Wir klicken nun auf die Schaltfläche "Aktueller Tastenkürzel" somit öffnet sich der Editor:

Kmenü

Man gibt nun ganz einfach die gewünschte Tastenkombination so ein wie man auch die Anwendung später starten möchte - in diesem Fall "Meta + G" (die Meta-Taste ist besser als Windows-Taste bekannt). Nach einem Klick auf "Speichern" ganz oben links sind die Einstellungen aktiv. Ist das Tastenkürzel schon vergeben wird darauf hin gewiesen und Sie versuchen eine neue - kleiner Tipp - die schon erwähnte Meta-Taste ist unter KDE eigentlich gar nicht mit Kürzeln belegt.

Klipper - die Zwischenablage

Jeder kennt die Zwischenablage, egal ob unter Microsoft Windows, egal auf welcher grafischen Oberfläche unter Linux - eines der brauchbarsten Hilfsmittel ist diese kleine Software die uns Texte, Links, Bilder, Dateien aller Art zwischen speichert. Man markiert einen Text, ein Bild, eine Datei oder was auch immer und drückt die Tastenkombination Strg + c und schon ist der jeweilige Datensatz in der Zwischenablage gespeichert, drückt man an anderer Stelle - egal ob in einem Text-Dokument, im Dateimanager, im Webbrowser oder wo auch immer die Kombination Strg + v wird der Inhalt der Zwischenablage dort eingefügt - nichts neues.

Doch hier kommt die Zwischenablage der Desktop-Umgebung KDE namens Klipper ins Spiel, sicher ist auch diese Software im Grunde genommen nur eine Zwischenablage, auch sie kennt die oben genannten Tastenkombinationen - doch diese Software kann einiges mehr als jede andere. Kopieren Sie unter KDE etwas und fügen es an anderer Stelle ein und kopieren wieder etwas geht der zuvor kopierte Inhalt nicht verloren, kopieren Sie beispielsweise einmal mehrere Textstellen in einem Dokument hintereinander und klicken nun auf das Icon der Zwischenablage mit der linken Maustaste so öffnet sich der Inhalt:

Klipper - die Zwischenablage unter Linux / KDE - Inhalt

Der Inhalt besteht aus den letzten sieben kopierten Daten, fügen Sie irgendwo normal etwas ein wird automatisch der letzte kopierte Eintrag eingefügt, öffnen Sie nun dieses Menü und wählen einen solche Eintrag mit der linken Maustaste und fügen nun ein wird dieser Eintrag an der gewünschten Stelle eingefügt.

Dies ist nun natürlich schon mal super, doch jedes Mal die Maus zu diesem Icon zu bewegen ist schon etwas umständlich wenn man einen anderen Eintrag auswählen will - nun hier kommt wieder die hohe Fähigkeit von KDE-Software ins Spiel sich wunderbar konfigurieren zu lassen. Klicken Sie rechts auf das Icon und wählen den Eintrag "Klipper Einrichten":

Klipper - die Zwischenablage unter Linux / KDE - Einstellungen

Klicken Sie nun einmalig auf das Modul "Aktionen" und hier auf den Eintrag "Klipper an Maus-Position öffnen", aktivieren die Checkbox "Benutzerdefiniert" und klicken in die Schaltfläche - hier geben Sie nun die Tastenkombination ein mit der sich die Zwischenablage öffnen soll - und zwar genau dort wo sich der Mauszeiger gerade befindet, in meinem Fall habe ich ganz einfach Meta + k genommen, "Meta" ist einfach die unter Windows genannte Windows-Taste die aber offiziell nicht wirklich so heißt. In diesen Einstellungen finden sich neben so einigen weiteren im Modul "Allgemein" die Einstellungen wie viele Einträge Klipper zwischenspeichern soll:

Klipper - die Zwischenablage unter Linux / KDE - Einstellungen

Egal wo Sie sich nun mit dem Mauszeiger auf dem Bildschirm befinden - Sie müssen um die Einträge der Zwischenablage zu öffnen diesen nicht mehr zum Icon bewegen und drauf klicken - in diesem Beispiel genügt die Tastenkombination Meta + k:

Klipper - die Zwischenablage unter Linux / KDE - Zwischenablage an der Maus-Position öffnen

Noch ein kleines Detail - Klipper speichert die Einträge nicht nur so lange wie Sie sich angemeldet haben, oder bis Sie den Rechner neu starten - sondern diese sind auch nach einem Neustart des Rechners noch da.

Noch ein klein wenig mehr zum Thema Kopieren und Einfügen in den Beiträgen mittlere Maustaste und Kopieren & Einfügen am Terminal.

Kontrollleisten / Latte Dock

Die Desktop-Umgebung KDE ist wie wenn man diese nutzt hoch konfigurierbar, man kann sich Kontrollleisten anlegen so viele man will und diese platzieren wo man sie haben möchte, dazu müssen einfach nur die Miniprogramme entsperrt sein - Rechtsklick mit der Maus an einer freien Stelle am Desktop und wählen Sie "Miniprogramme entsperren":

Mehr Kontrollleisten unter KDE - Miniprogramme entsperren

Um nun eine weitere Kontrollleiste dem Desktop hinzuzufügen klicken Sie nochmals rechts auf den Desktop und schon können Sie mit der Wahl von "Kontrollleiste hinzufügen" eine neue Kontrollleiste einfügen:

Mehr Kontrollleisten unter KDE - Kontrollleiste hinzufügen

Diese neue Kontrollleiste landet standardmäßig am oberen Bereich des Desktops:

Mehr Kontrollleisten unter KDE - Neue Kontrollleiste am oberen Bildschirmrand

Sind die Miniprogramme weiterhin entsperrt finden Sie rechts in der Leiste die Einstellungen - klicken Sie einfach mit der linken Maustaste drauf - über den Schalter mit dem Plus (+) fügen Sie Einträge hinzu:

Mehr Kontrollleisten unter KDE - Miniprogramme einfügen

Sie ziehen die gewünschten Einträge ganz einfach aus dem sich öffnenden Fenster in die Leiste - ist an der Kontrollleiste die oben gezeigte Leiste geöffnet ziehen Sie die Einträge an die gewünschte Stelle und ordnen diese nach dem eigenen Geschmack, weitere solche Miniprogramme holen Sie indem Sie auf den Schalter "Neue Miniprogramme holen" klicken. Klicken Sie in den Einstellungen der Kontrollleiste auf den Schalter "Bildschirm-Kante", halten diese gedrückt und ziehen die Leiste an den gewünschten Bildschirm-Rand lässt sich diese dort fest setzen:

Mehr Kontrollleisten unter KDE - Kontrollleiste an den gewünschten Bildschirm-Rand fest setzen

In den Einstellungen finden Sie auch ein Icon namens "Weitere Einstellungen", öffnen Sie diese und wählen "Zentriert" zeigen sich nun oben und unten zwei Pfeile, ziehen Sie einen etwas weiter nach unten oder nach oben verkleinern oder vergrößern die Leiste so damit dich die beiden Kontrollleisten nicht überlappen, auch können Sie hier fest legen das sich die Leiste automatisch ausblendet und erst wieder hervor kommt wenn Sie mit dem Mauszeiger dagegen fahren, die Einstellungen werden erst angewendet wenn Sie auf den Desktop klicken:

Mehr Kontrollleisten unter KDE - Kontrollleiste Einstellungen

Die weitere Kontrollleiste macht gerade auf Notebooks mit breiten und nicht hohen Bildschirmen Sinn da man so mehr Informationen, Starter und so weiter unterbringen kann, will man etwas mehr sollte man sich die Software Latte-Dock" ansehen die aber leider erst ab KDE Plasma 5.8 verfügbar ist - welche Version Sie aktuell nutzen zeigt Ihnen die Software Kinfo-Center die Sie im Anwendungsmenü im Bereich "System" finden:

Latte-Dock - welche KDE-Plasma-Version nutze ich?

Alternativ nutzen Sie auf dem Terminal / Konsole / Kommandozeile den Befehl:

plasmashell --version

Die Software selbst finden Sie nun für Debian, Fedora, open SuSE, Arch Linux / Manjaro, Ubuntu und Gentoo sowie den Quellcode unter Latte Dock ganz unten, für Debian und Ubuntu - für beide das selbe Paket direkt unter Latte Dock für Debian & Ubuntu.

Die Installation erfolgt entweder direkt per Doppelklick auf die herunter geladene Datei oder einfach über das Terminal natürlich als Administrator - root durch den Befehl:

apt install /home/nutzername/Downloads/latte-dock_version_all.deb

Latte-Dock starten Sie nun entweder über den Schnellstarter (Alt + F2) durch den Befehl:

latte-dock
Latte-Dock - Zusätzliche Leiste unter KDE

Das Panel der Software erscheint am unteren Bildschirm-Rand und zeigt die geöffneten Anwendungen als Icon plus der Uhrzeit. Liegt der Mauszeiger nicht auf einem der Icons verschwindet die Leiste nach kurzer Zeit und erscheint wieder wenn man den Mauszeiger in die Mitte des unteren Bildschirm-Randes legt. Damit sich Latte Dock nicht mit der originalen Kontrollleiste in die Quere kommt legt man entweder die Kontrollleiste oder natürlich besser Latte Dock an einen anderen Bildschirm-Rand - dazu öffnet man die Einstellungen per Rechtsklick auf eines der Icons der Leiste und wählt "Einstellungen für Latte":

Latte-Dock - Einstellungen

Auf den einzelnen Reitern in den Einstellungen lassen sich natürlich noch weitere Einstellungen tätigen - so etwa verschiedene Animationen aktivieren, wie schnell sich das Dock ausblenden soll und auf dem Reiter "Tweaks" lässt sich das automatische Starten der Software aktivieren.

Grundsätzlich zeigt die Software nur bereits laufende Anwendungen - ist also nichts anderes als eine Fensterleiste mit Uhr, klicken Sie jedoch auf das Icon einer laufenden Anwendung im Dock mit der rechten Maustaste und wählen "Im Dock behalten" bleibt das Icon auch in der Leiste wenn Sie die Anwendung beenden - dient also als Starter.